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Editorial

Liebe Leser,

gute Führungskräfte überzeugen durch Ideenkraft, einem Gespür für das Realisierbare und Handlungsbereitschaft. Entschlossene Führungskräfte treffen klare Entscheidungen, übernehmen Verantwortung und bringen ihre Unternehmen dadurch auch in schwierigen Phasen voran. Sie agieren als selbstbewusste Wertschöpfer und Multiplikatoren.  

Die laufende öffentlichen Debatte um Abschwung und Finanzkrise erlaubt derzeit vor allem eines: einen Blick auf die ausgeprägte deutsche Krisenkultur. Zu Recht nimmt das Thema „cost saving“ eine zentrale Rolle ein. Gleichwohl fällt aber auf, dass die andere Seite der Medaille dahinter zu deutlich zurücktritt. Ein Unternehmen, dessen Management jedwedes unternehmerisches Risiko ablehnt, um ja keinen Fehler zu begehen, wird auf Dauer keinen Erfolg haben. Wer die Risiken möglicher Fehlinvestitionen rigoros scheut, lässt in aller Regel auch die Chancen aus.

Viele Hidden Champions bauen derzeit Ihre Marktpositionen weiter aus. Die anhaltend starke Nachfrage nach Interim Management Services dieser Tage erklärt sich u.a. auch dadurch, dass viele Unternehmen nun noch intensiver auf Margen und Ergebnisse achten als zuvor. Um hier punkten zu können, müssen praktikable und umsetzungsorientierte Strategien zur Umsatz- und Preispolitik realisiert werden.  

Interim Manager bieten in diesem Kontext attraktive Möglichkeiten. Die erfolgreiche Punktlandung eines exakt aufgesetzten Projektes liefert dem Unternehmen eine Wertschöpfung, die mit dem im Tagesgeschäft gebundenen Personal in so kurzer Zeit nicht realisierbar ist. Zudem sorgen Interim Manager für zahlreiche operative Multiplikator-Effekte, die auch nach dem Abschluss eines Mandates im Unternehmen weiterwirken.  

In den ersten „news&views“ im Jahr 2009 greifen wir das Thema Wertschöpfung durch Interim Management Services auf. Neben lesenswerten Artikeln zum Thema finden Sie einen weiteren Podcast für Interim Manager, einen TV-Beitrag der ARD über ein Projekt der Management Angels, eine interessante Case Study. Gastautoren sind der langjährige und international erfahrene Interim Manager Edgard Vossen sowie Geschäftsführer Thorsten Becker, der im Vorfeld seines Gastvortrages bei der Hamburger Handelskammer einige Argumente zu aktuellen Trends der Arbeitswelt erläutert.


Wir wünschen allen Lesern eine anregende Lektüre.

Ihre Management Angels

 

 

Unternehmen vereinbaren Wachstum und Effizienzsteigerung

Interim Manager schaffen Mehrwert im Hier und Jetzt


[Erdwig Holste] Im Konzert der Negativmeldungen stach in den letzten Tagen eine Studie der Unternehmensberatung Simon-Kucher hervor, für die Vorstände und Geschäftsführer von 2.600 Industriekonzernen befragt wurden. Die Süddeutsche Zeitung fasste die Ergebnisse der Studie unter dem Titel „Lieber wachsen als sparen“ zusammen:

  • „Nur jeder vierte befragte Chef erklärte, auf die Turbulenzen in erster Linie mit Kostensenkungen reagieren zu wollen“, also mit Entlassungen, Betriebsverlagerungen oder sonstigen Sparprogrammen.
  • „Die übrigen Dreiviertel legen Ihren Schwerpunkt auf die Themen Preispolitik oder Absatz. Sie halten es mittelfristig, also für die kommenden drei bis fünf Jahre, für erfolgversprechender, sich um höhere Einnahmen zu bemühen.“
  • „Wachsen und sparen schließen sich allerdings nicht vollständig aus. (...) Zwei Drittel der Firmen wollen ihre Geschäftsprozesse verbessern – im günstigsten Fall also mehr Aufträge mit weniger Aufwand abarbeiten.“
  • „Als bedeutendstes Ziel wird genannt, innovativer zu werden. Die Betriebe möchten den Anteil der Forschungsausgaben am Umsatz um ein Siebtel anheben – von durchschnittlich 6,3 auf 7,2 Prozent.“   


Dass Unternehmen im Jahr 2009 selbstbewusst ihre Forschungsausgaben erhöhen und auf die Vermarktung neuer Produkte setzen klingt zunächst überraschend und widerspricht der allgemein konstatierten Schwarzmalerei. Die Vereinbarkeit von Wachstum und noch besserem Haushalten ist und bleibt allerdings ein anspruchsvoller Spagat, der bewältigt werden muss.

Hier helfen keine theoretischen Studien oder intelligente Planspiele. Vielmehr brauchen Unternehmen schnelle und maßgeschneiderte Lösungen, die im operativen Geschäft zügig Mehrwert schaffen. Investitionen in externes Do-How müssen sich noch nachweisbarer und zeitnaher lohnen. Provider und Interim Manager werden im laufenden ihre Kunden bei der Aufsetzung von Projekten noch intensiver beraten müssen und noch klarer definieren, welche Maßnahmen erfolgsversprechend sind.

Eine spannende Herausforderung für die gesamte Interim Management Branche, für die die Management Angels mit einem Pool von über 1.500 erfahrenen und hochqualifizierten Interim Manager bestens gerüstet sind.

 

 

„Tagessätze müssen immer in Relation zum Mehrwert gesetzt werden“

Interview mit Edgard Vossen


Edgard Vossen ist seit Mitte der 1990er Jahre erfolgreich als Interim Manager tätig. Nach seiner akademischen Ausbildung in Belgien war er in verschiedenen Teilen der Welt auf Führungs- und Vorstandsebene tätig, etwa in Zaire, Sri Lanka und von Belgien aus: den USA, Bulgarien und der Türkei . Als Interim Manager und Beirat hat er namhafte Kundenunternehmen aus verschiedenen Branchen bei der Bewältigung anspruchsvoller Projektaufgaben unterstützt. Einer seiner Tätigkeitsschwerpunkte lag dabei auf Unternehmen der regenerativen Energiewirtschaft. 

Herr Vossen gehört seit Anfang 2003 zum engsten Kreis des Interim Management Pools und ist dem MA-Team aus vielzähligen intensiven Gesprächen bekannt. Sein derzeitiger Wohnsitz ist in Belgien. 

Management Angels: Herr Vossen, nennen Sie bitte 6 Gründe, warum Interim Manager für Unternehmen außerordentlich hohen Mehrwert schaffen.
Edgard Vossen: Sie fragten nach 6 Stichpunkten:

  1. Interim Manager sind grundsätzlich überqualifiziert und stellen Erfahrungen zur Verfügung, die „normal“ nicht am Markt verfügbar sind. Auf den ersten Blick mag die Einbindung eines Interim Manager als kostenintensiver Faktor erscheinen, spätestens auf den zweiten Blick zeigt sich aber, dass hochqualifizierte, erfahrene Know-How-Träger innovative Entscheidungen erarbeiten, deren Mehrwert die Tagessätze bei weitem übersteigt.
  2. Wir sind emotional nicht in der Organisation verhaftet und können aus der „Helikoptersicht“ die Probleme besser identifizieren. Neue Lösungen und unbequeme Wahrheiten können so deutlich einfacher vorgestellt und anschließend (ohne unnötige Rücksichtnahmen) umgesetzt werden.
  3. Trotz der emotionalen Ungebundenheit sind Interim Manager loyaler und unparteilicher: Wir kommen eben nicht aus dem Freundeskreis und folgen keiner verborgenen Agenda.
  4. Neben der Überqualifikation haben wir Erfahrungen durch einschneidende Änderungen im Geschäftsleben mitgemacht, beispielsweise Umstrukturierungen, Veräußerungen, Führungswechsel, Umgestaltungen der Produktlinie, Reengineering-Prozesse. Führungskräfte der tagtäglichen Führung sind oft sehr gut haben aber naturgemäß nicht die gesamte Bandbreite an spezifischen Sondersituationen bewältigen müssen.
  5. Die Belegschaft redet oft „freier“, ungebundener mit uns als mit der „sitzenden Führungsgruppe“: sie hat keine Angst, dass ehrliche, sachdienliche, aber unliebsame Informationen – vielleicht auch über Defizite in der Führungsspitze – eines Tages negativ auf sie zurückfallen.
  6. Gute Interim Manager gestalten multidisziplinäre Visionen (personell, technisch, wirtschaftlich etc.), die zu integrierten und zugleich „globalen“ Lösungen führen. Dieser übergeordnete Ansatz ist meist zielführender als die sehr guten aber detailorientierten, eher spezialisierten Vorschläge der vorhandenen Führungstruppe. In der Mischung ergeben sich hervorragende Ergebnisse.

Management Angels: Die Einbeziehung von Interim Managern ist für Unternehmen eine Investition. Um Projekte zielgenau zum Erfolg führen zu können, müssen in den Unternehmen optimale Rahmenbedingungen vorhanden sein. Stimmen Sie dieser Einschätzung zu?
Edgard Vossen: Selbstverständlich. Ohne (materielle und immaterielle) Mittel kann kein IM eine tragfähige Politik ausfindig machen und durchsetzen. Höchstens könnte er dann Berater spielen, was wir eben nicht sein wollen.
Wie jede Investition ohne stimmigem Geschäftsplan schief laufen muss, wird ein IM ohne die genaue Definition der Zielsetzung ein Projekt nicht zum Erfolg führen können und sich nach kurzer Zeit mit unaufgeklärten Reibungspunkten auseinandersetzen müssen.
Eine wichtige Rahmenbedingung ist zudem die Entlohnung des IM die, ob sie nur einen Festsatz enthält oder eine Erfolgsprämie, im Vorfeld klar abgestimmt werden muss. Sonst besteht das Risiko, dass unnötige Missverständnisse von vornherein “eingebacken” werden.

Management Angels: Sie sind seit vielen Jahren im Interim Management Geschäft. Nennen Sie bitte 2 Projekt-Beispiele, die aus Ihrer Sicht besonders erfolgreich waren. Warum waren diese Projekte so erfolgreich und welchen Mehrwert konnten Sie im Unternehmen schaffen?
Edgard Vossen: Ich gebe Ihnen gern zwei Beispiele:
1. Hepworth Refractories:
Multinational tätiges Unternehmen im Bereich „feuerfester“ Bau
Ich führte die Fabrik in Mons (B).

  • Es bestand die Entscheidungssituation entweder zu Schließen oder Umzustrukturieren. Mit der Belegschaft und in Abstimmung mit der Führungsebene wurde einen Geschäftsplan entwickelt, der erstens die Produktivität um 20% ankurbelte. Hierdurch wurden nachweisbar 3 Mio. EUR pro Jahr eingespart, die meine Kosten um das 15 -fache überstiegen.
  • Nach der Umstrukturierung im ersten Jahr des Auftrags wurde eine ABC Kosten Analyse zur Verfügung der Abteilungsleiter erstellt, die die HKv um 5% verringerten (etwa 1 Mio. EUR pa).
  • Mit den eingesparten Kosten wurde die Produktionsplanung optimiert, die „Total Cycle Time“ um bis zu 25% verringert. Der hieraus entstandene Mehrwert ist schwer einzuschätzen. Dieses in den 1990er Jahren zu schließende Unternehmen produziert heute immer noch in Belgien.


2. Solel Solar Systems Ltd.:
KMU im Bereich Sonnenergie in Belgien und Deutschland

  • In den ersten Monaten wurden durch technisch-logistische Organisationsmaßnahmen die Verluste von 30% (!!) auf Break-Even herunter gefahren.
  • Anschließend wurde die Verkaufsstrategie europaweit ausgebaut und die Voraussetzung geschaffen, um die Umsätze erheblich zu steigern, ohne dafür investieren zu müssen.
  • Das Unternehmen wurde von den Kapitalgebern anschließend gewinnbringend verkauft.

 

 

Arbeit mit Zukunft – Zukunft trotz Krise

Management Angels halten erneut Eröffnungsvortrag in der Hamburger Handelskammer


[Thorsten Becker] Die Veranstaltungen der Hamburger Handelskammer haben einen festen Platz im regionalen Wirtschaftsgeschehen Norddeutschlands. Um so mehr freuen wir uns, die öffentliche Veranstaltung „Arbeit der Zukunft“ am 28. Januar zum zweiten Mal als Referenten begleiten zu können. Die Management Angels unterstützen mit regelmäßigen Vorträgen (bspw. an öffentlichen Institutionen oder Universitäten) die allgemeine Diskussion zum Thema Interim Management. Auf die kontroversen Redebeiträge aus dem Publikum kann das Plenum mit Sicherheit gespannt sein.

Die Arbeitswelt verändert sich sukzessive, tiefgreifend und nachhaltig. „Das pulsierende Unternehmen“ ist eine effiziente Projektorganisation, die ihren Puls anpassen und regulieren kann. Anpassungsfähige Unternehmen sind besser auf externe Schocks vorbereitet. Sie haben bedarfsorientierte HR-Strategien implementiert, binden erfahrene Know- und Do-How-Träger über professionalisierte Netzwerke an sich und sichern ihre Innovationsfähigkeit durch organisierte Wissens-Transfers.

In den globalisierten, kompetitiven Märkten hat sich der Faktor Arbeit grundlegend flexibilisiert. Diese Entwicklung ist durch drei krisenkontingente Trends bestimmt: 1. Demografischer Wandel, 2. Technologische Innovationen, 3. Globalisierte Wissensgesellschaft. Auf diese Trends, von denen bereits heute jedes Unternehmen mehr oder weniger betroffen ist, können die Unternehmen am besten reagieren, die in ihrer Organisationsform fraktal-vernetzt, korporativ und synergetisch angelegt sind.

Der Handlungsdruck durch die aktuelle Krise ermöglicht neue Möglichkeiten für die Zukunft. Nicht Kosteneinsparungen allein sichern die Zukunft von Unternehmen, sondern neue Wege, in die nachhaltig und gezielt investiert wird. Interim Manager sind unterstützende Katalysatoren und Multiplikatoren, um Projekte in Unternehmen zum Erfolg zu führen.    

Ich freue mich auf Ihr Kommen und bin gespannt auf die persönlichen Gespräche beim Après in der Hamburger Handelskammer. 

 

 

Case Study

Verkaufsleitung Medizintechnik, Implementierung von Verkaufsprozessen

Ein Unternehmen mit ca. 2 Mrd. EUR Umsatz und 11.000 Mitarbeitern war auf der Suche nach einem kommissarischen Verkaufsleiter für die Region Norddeutschland mit Umsatz- und Ergebnisverantwortung.

Umfang: 6 Monate, in Vollzeit, 5 Tage/Woche, Einsatzorte in Europa

Lesen Sie die vollständige Case Study auf unserer Homepage

 

 

Management Angels TV-Beitrag im Dezember 2008

Morgenmagazin der ARD

Noch vor den Weihnachtstagen strahlte die ARD am 23. Dezember eine Kurzreportage zum Thema Interim Management aus. In Kurz-Interviews berichteten der langjährige Management „Angel“ Thomas Dahlmanns aus der Perspektive eines Managers auf Zeit, Vorstand Jens Schumann aus Kundensicht sowie Geschäftsführer Thorsten Becker vom Provider-Standpunkt.

Die sehenswerte Beitrag kann dauerhaft online eingesehen werden. Klicken Sie hier.

 

 

Eigenmarketing für Interim Manager

Fortsetzung der Podcast-Reihe von Giso Weyand

Folgen Sie der zweiten Podcast-Ausgabe des Marketingexperten Giso Weyand. In einem kurzweiligen und interessanten Audiobeitrag für Interim Manager gibt er erneut wertvolle Hinweise und praxisrelevante Tipps selbständige Führungskräfte. 

Das Thema: Wie sehen überzeugende Präsentationsunterlagen aus?

 

 

Lesenswertes über die neue Arbeitswelt

Netzwerkpartner von MA: changeX

changeX ist das führende Online-Medium für Entscheider und Multiplikatoren, die den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft konstruktiv begleiten und mitgestalten wollen. changeX versucht hierfür aktuelle Hintergründe und Zusammenhänge zur Verfügung zu stellen.

Folge 7 der changeX-Serie über die neue Arbeitswelt:
Im Berliner Labor für Entrepreneurship wächst eine offene Kultur des Unternehmerischen – eine Reportage von Anja Dilk.

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