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ChangeX: Neue Arbeitswelt, Folge 2

07.07.2008

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Kategorie: Trends der Arbeitswelt, W&W - Wirtschaft und Wissenschaft

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Von: Anja Dilk

 

Sie nennen es Arbeit. Arbeiten in der digitalen Boheme - eine Reportage von Anja Dilk.

Folge 2 der changeX-Serie über die neue Arbeitswelt.

Arbeit verändert ihr Gesicht. Sie wird fluide, Grenzen verschwimmen. Zwischen Arbeitsplatz und Privatem, zwischen Arbeit und Leben. Neue Arbeitsorte tun sich auf. Zum Beispiel Hot Spots. Orte mit WLAN, mit drahtlosem Zugriff auf das weltweite Datennetz. Sie sind zu Anziehungspunkten für die mobilen Arbeiter des 21. Jahrhunderts geworden. Doch was tun die eigentlich? Surfen und bei einem Latte schnell die Mails checken? Oder wirklich arbeiten? Unser Streifzug durch die neue Arbeitswelt führt heute zu den Coffee-Workern der digitalen Boheme. Im Café Sankt Oberholz am Rosenthaler Platz in Berlin.

Illustration von Limo LechnerFrüher waren es Brötchen. Künstler gingen ein und aus. Kulturschaffende um George Grosz und Alfred Döblin. Männer mit Heimkehrermützen, hungrige Büromenschen, Frauen in Pelzmänteln, Berliner in Arbeitskleidung. Rauch umnebelte die Tische. Bis in die Hauptstädte des alten Europas bekannt waren die Bierstuben der Brüder Aschinger am Rosenthaler Platz. Gerühmt ihr deftiger Mittagstisch. Erbsensuppe, Bierwürstchen, Schinkenknacker, Stullen. Heruntergespült mit Bier in großen Schlucken. Unvergessen ihre "Brötchen à la discrètion", die es im Aschinger gratis zum Humpen dazugab. Das war Gold wert im krisengeschüttelten Berlin der 20er-Jahre.

Heute ist es WLAN. Menschen der Berliner Mitte kehren ein. Hier, wenige Hundert Meter vom Hackeschen Markt entfernt. Beschäftigte der Film- und Model-Agenturen an Torstraße und Weinbergweg. Musiker, Galeristen, Medienleute. Natürlich auch Weltreisende mit Laptop auf der Suche nach Neuigkeiten und einem dampfenden Latte macchiato. Zu Mittag gibt es Linseneintopf und gefüllte Auberginen, Lemon Tarte und Milchfladen mit Serano-Schinken und Aioli. Stadtbekannt der kostenlose Web-Zugang, dreifache Steckdosen an Tischen und Sofas. Das ist Gold wert im vor sich hin experimentierenden Berlin nach der Jahrtausendwende.
  
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