ChangeX: Neue Arbeitswelt, Folge 3
Urlaub? Nein danke!
Jeder Mensch sollte das tun können, was er wirklich will - ein Gespräch mit Frithjof Bergmann.
Folge 3 der changeX-Serie über die neue Arbeitswelt. Von Anja Dilk
Warum ist den Deutschen ihr Urlaub heilig? Vielleicht, weil die meisten Menschen ihre Erwerbsarbeit als milde Krankheit erleben? Als etwas, das man überlebt? Doch wenn die Arbeit fürchterlich ist, verhunzt das den Menschen, ruiniert ihn, verkrüppelt ihn. Sagt der New-Work-Vordenker Frithjof Bergmann. Denn Arbeit prägt den Menschen wie nichts sonst. Und deshalb ist es so wichtig, dass man eine Arbeit tut, auf die man stolz ist. Die einen Sinn hat. Die einen lebendiger macht. Solche Arbeit gibt Kraft. Die Voraussetzung ist, dass alle Menschen das tun können, was sie wirklich möchten. Das muss selbstverständlich werden.
Frithjof Bergmann, geboren in Sachsen, verbrachte seine Kindheit in Österreich, studierte in Oregon (USA) und blieb in Amerika. Zunächst schlug er sich als Tellerwäscher, Preisboxer, Fließband- und Hafenarbeiter durch. Später schrieb er Theaterstücke und lebte fast zwei Jahre lang als Selbstversorger auf dem Land. Er studierte Philosophie an der Universität Princeton, promovierte mit einer Arbeit über Hegel und erhielt Lehraufträge in Princeton, Stanford, Chicago und Berkeley. Von 1976 bis 1979 reiste Bergmann oft in die damaligen Ostblockländer. Aus dem Eindruck, dass der Kommunismus keine Zukunft mehr habe, entstand seine Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus und die Idee, ein funktionierendes Gegenmodell zu entwickeln. Bergmann wurde zum Begründer von New Work. Seit 1978 ist Bergmann Inhaber eines Lehrstuhls für Philosophie, später auch für Anthropologie an der University of Michigan in Ann Arbor und unterrichtet als Gastdozent an der Universität Kassel.
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