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Gastbeitrag: Claus-Dieter Christoffel, Interim Manager

28.02.2008

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Kategorie: W&W - Wirtschaft und Wissenschaft, Branche Interimsmanagement

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Von: Claus-Dieter Christoffel

Strategischer Einkauf - Beraterische Modeerscheinung oder betriebswirtschaftliche Notwendigkeit?

Zum Autor:

Claus-Dieter Christoffel (Jg. 1956), Dipl. Betriebswirt, Interim Manager und seit mehreren Jahren Mitglied im Management Angels Pool.
Er war bei verschiedenen deutschen Großunternehmen als Einkaufs-Leiter, inkl. Controlling und Organisation, im Bereich IT/TK, Transport, Verkehr und Luftfahrt verantwortlich. Sein Fokus liegt auf der strategischen Planung und Steuerung von Groß-Projekten sowie der federführenden Übernahme komplexer Gesamt- und Einzelprozesse. Er ist ausgewiesener Experte für Fragen des internationalen Beschaffungsmanagements.
 
Die Beratungs- und Consultingbranche sieht sich von Zeit zu Zeit dem Vorwurf ausgesetzt, Themen unter der Überschrift „alter Wein in neuen Schläuchen“ den Kunden anzubieten. Darüber hinaus wird des Öfteren auch ein Mangel an Übernahme von Verantwortung wäh-rend eines Beratungsprojektes und insbesondere im Nachgang zur Realisierung vorgeschlagener Handlungsempfehlungen beklagt.
 
Wie verhält es sich aber tatsächlich? Am Beispiel des viel zitierten strategischen Einkaufs soll aufgezeigt werden, was sich hinter diesem Begriff besser hinter den konkreten Maßnahmen und Aktivitäten des Einkaufs verbirgt.
 
Wie in vielen Fällen bei der Beantwortung solcher und anderer Fragen hilfreich, ist auch hier ein Blick auf allgemeingültige Definitionen. Die im Duden und weiteren Nachschlagewerken aufgeführten Definitionen zum Stichwort Strategie lassen sich wie folgt zusammenführen: „Eine Strategie ist ein längerfristig ausgerichtetes planvolles Verfolgen bzw. Erreichen einer vorteilhaften Lage oder eines Ziels.“
 
Im Spiegelbild der Unternehmensaktivitäten muss also die Frage gestellt werden, inwieweit Planungen, Zielsetzungen, abgeleitete Maßnahmen und umzusetzende Aktivitäten strate-gisch sind oder nicht. Bei kritischer Betrachtung bleibt oftmals nur der Schluss, dass Maßnahmen und Aktivitäten kurzfristiger Natur sind. Ein Umstand, der sich u.a. aus der schnell-lebigen Unternehmenspraxis heraus ergibt. Die zu erledigenden Aufgaben unterliegen nicht nur dem Marktdruck zügig kundenorientierte Leistungen im Wettbewerb zu entwickeln und dem Kunden vorzulegen, sondern auch der Notwendigkeit Kurzfristziele (z.B. Quartalsziele) zu erreichen.
 
Als Schlussfolgerung hieraus ergibt sich, dass die unter Strategie subsumierten Ausrichtun-gen und Handlungen lediglich taktisch angelegt sind. Eine Strategie kommt ohne taktisches Handeln nicht aus. Genauso wenig kann eine Strategie verfolgt werden, wenn keine taktischen Maßnahmen abgeleitet werden.
Fazit: Von Strategie kann nur gesprochen werden, wenn die Kriterien der allgemeingültigen Definition in vollem Umfang entsprechen. Hier liegt der Aufklärungs- und Handlungsbedarf für Unternehmen, Abteilungen und Mitarbeiter.
 
Die Herbeiführung und Umsetzung strategiebasierter Aktivitäten erfordert somit eine umfassende betriebswirtschaftliche Unterstützung, um im Netzwerk sämtlicher Unternehmensbereiche einen nachhaltigen Beitrag zum Geschäftserfolg zu erzeugen. Dies gilt auch und insbesondere für den Bereich Einkauf, dessen Bedeutung im Unternehmen immer stärker zunimmt.
Strategischer Einkauf ist nicht nur vor diesem Hintergrund betriebswirtschaftlich notwendig, sondern auch als Erfolgsfaktor im Unternehmen ein wesentlicher Aspekt im Wettbewerb. Strategischer Einkauf ist deshalb alles andere als eine beraterische Modeerscheinung.
 
Den PDF-Vortrag zum Thema "Strategischer Einkauf" können Sie hier runterladen.
 
 

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