Human Brands – eine Herausforderung für Personaler
Sie benötigen ausgezeichnete Führungskräfte mit gefragten Qualifikationen, kommunikations- und durchsetzungsstarke Persönlichkeiten, die Sie langfristig in Ihr Unternehmen integrieren wollen? Sie suchen Mitarbeiter, von denen die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens abhängt; erfahrene Mitarbeiter, die anspruchsvolle Aufgaben bewältigen können und die ihren Marktwert kennen?
Wie kann man heute junge Spitzenkräfte für ein Unternehmen gewinnen?
Ein Beispiel aus dem Profifußball: Über Jahrzehnte war es üblich, DFB-Trainer vertraglich mindestens über drei Jahre zu verpflichten. Das Bedürfnis, die zentrale Führungskraft zumindest auf dem Papier scheinbar unbefristet halten zu wollen, sollte als glaubwürdiger Vertrauensbeweis verstanden werden. Dabei war jedem klar, dass der Vertrag nur bei kontinuierlich erbrachten Erfolgen erfüllt werden würde.
Mit Jürgen Klinsmann und Joachim Löw trat eine neue Trainer-Generation an, die sowohl sportlich und taktisch, aber auch vertragspolitisch neue Akzente setzte. Verhandelt wird nun von Turnier zu Turnier, von Projekt zu Projekt. Ein langfristiger Vertrag wurde von beiden kategorisch abgelehnt. Klinsmann und Löw haben damit bewirkt, dass der deutsche Fußball an eine schon immer bestehende Realität angepasst wurde: „Entscheidend ist auf dem Platz“ oder: Was allein zählt, sind die Ergebnisse.
Und noch etwas kann aus dieser kleinen Anekdote gelernt werden. Sie können einen Klinsmann ebenso wenig für immer halten wie Sie einen Löw nicht werden halten können. Rechnen Sie also erst gar nicht damit. Junge Führungskräfte, sog. Human Brands, haben die Scheu vor einer stetigen Hinterfragung ihrer Leistungen abgelegt. Sie wissen genau, Qualität braucht sich nicht zu verstecken.
Dies gilt übrigens auch für die Unternehmen, die zunehmend um Spitzenkräfte kämpfen müssen und sich ihrerseits in einer von Konkurrenz geprägten Bewerbungssituation wieder finden. Interimistische Mandate eröffnen hier Freiräume für beide Seiten. Auch die Verantwortlichen im DFB werden die Vorzüge ausfallender Abfindungszahlungen, die zuvor nahezu obligatorisch eingeplant wurden, vielleicht in Zukunft zu schätzen wissen.


