Kreatives Projektmanagement - praxiserprobt
Was haben Interimsmangement-Projekte und die Formel 1 gemeinsam? In beiden Fällen können Start und Ende besonders kritisch sein. Oder auch erfolgreich. Ein Management Angels Forum mit Interimsmanager Jörg Haas.
„There's no second chance to make a first impression“. Schon vor Beginn eines Projekts haben sich Auftraggeber und Interimsmanager einen ersten gegenseitigen Eindruck verschafft. Kunden lesen Lebensläufe, holen Referenzen ein, sprechen mit dem Provider und in Telefon- oder persönlichen Interviews mit dem Kandidaten.
Jörg Haas, der im April im Rahmen unserer Management Angels Foren aus der Praxis eines Projektmanagers berichtete, rät Interimsmanagern, sich vorab sehr genau mit dem Kundenunternehmen zu beschäftigen, um von Anfang an einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ab dem ersten Tag gilt es, zu verstehen, „worum es in dem Projekt wirklich geht“, und die Erwartungshaltung des Auftraggebers zu erfahren. Wenig kann sich kritischer auf den Verlauf des Projektes auswirken als ein Auftakt, bei dem der Interimsmanager an der Aufgabenstellung und Erwartung des Auftraggebers vorbei arbeitet. Jörg Haas sensibilisiert für Zwischentöne - es gehe darum, den „Kundenslang“ kennenzulernen und Missverständnissen vorzubeugen. Ebenso wichtig sei die ständige Rückmeldung des Kunden am Anfang des Projektes.
Und auch dabei ist Geschwindigkeit erfolgsentscheidend. Interimsmanager haben keine einhundert Tage, um ein Unternehmen mit allen politischen Finessen kennen zu lernen. Innerhalb von wenigen Arbeitstagen müssen wichtigen Stakeholder eingebunden, Mitarbeiter integriert und erste Ergebnisse vorgewiesen werden. Jörg Haas weiß, dass ein Kunde erwartet inzwischen ein regelmäßiges Reporting, klare Meilensteine und definierte Prozesse.
Doch zur klassischen Toolbox eines Interimsmanagers kann laut Jörg Haas neben der beschriebenen strukturierten Vorgehensweise auch eine gute Portion Kreativität gehören. Er hat in seinen Projekten verschiedene Ansätze getestet und dabei mitunter Mut bewiesen. Nicht nur bei jungen Unternehmen wie Spreadshirt hat er als „Management Angel“ Entscheidungsprozesse durch plastische Darstellung beschleunigt. In unorthodoxen Mitarbeiterworkshops bei Kunden wir Daimler AG und Vodafone erzielte er sehr gute Ergebnisse.
Gekonnt setzt er für die eigene Organisation mit anderen externen Kollegen nützliche Tools wie Blogs oder eigene Wikis ein, um die Kommunikation zu erleichtern. Kommunikation ist eine Kernkompetenz für Interimsmanager. Nicht nur zu Beginn oder während des Projekts, sondern insbesondere nach dem Abschluss. „Dranbleiben am Kunden“, nennt es Jörg Haas nach dem finalen Kundenfeedback. Dass sich Kundenbindung auszahlen kann, beweisen sicherlich nicht nur seine Kundenreferenzen sondern auch die lange Bindung zu den Management Angels als Interimsmanager. Letzten Satz umformulieren, ist in dieser Form unklar.

