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Video killed the paper CV?

10.12.2007

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Kategorie: Trends der Arbeitswelt

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Von: Anna Ott

Derzeit erhalten wir pro Woche ca. 15 Bewerbungen von Interimsmanagern. Nahezu alle Bewerbungen erreichen uns per Email und entsprechen den gängigen Standards. Vor kurzem waren wir – positiv – überrascht als wir zusätzlich zum CV von einem Bewerber einige Links mit Videostreams zu ihm erhalten haben. In diesem Fall zeigten diese Reden und Interviews von ihm. Schnell erhielten wir einen Eindruck seiner Person – abseits der fachlichen Qualifikation.
Die Quelle dieses Trends ist schnell in den USA gefunden. Dort ist besonders unter den College-Absolventen der Video-CV ein immer populäreres Bewerbungsmedium. Und entsprechend kritisch diskutiert. Nicht nur hinsichtlich juristischer Fragestellungen wie Persönlichkeitsschutz, Zugriffs- und Speicherrechte oder Diskriminierung. Sondern vor allem unter der offensichtlichen Frage, ob man das überhaupt braucht?! Als Bewerber und als Empfänger.

Beschäftigt man sich intensiver mit diesem Trend, stößt man als erstes auf einige echte Bewerbungen und auf Angebote professioneller Dienstleister. Und schnell stößt man auf Aleksey Vayner. Sicherlich Auslöser von Diskussionen (und Spott) rund um diese Form der Bewerbung. So sollte man es definitiv nicht machen. Bevor man sich also fragt, wann Video-CVs Sinn machen, hilft ein Blick auf die Möglichkeiten dieses Tools. Dank Streaming-Media genügt quasi das Verschicken eines Links, um auf sich aufmerksam zu machen. Inhaltlich ist der Video-CV jedoch kein Ersatz des klassischen Lebenslaufes, denn sonst besteht schnell die Gefahr, dass das Video langatmig und unübersichtlich wird. Hobbies, Familie und andere Interessen sind hier ebenso fehl am Platz. Was bleibt und wirklich interessant ist, ist die kurze Vorstellung der eigenen Person, Motivation und kommunikativer Stärken. Wenn man unbedingt weitere Informationen unterbringen möchte, dann bitte so.

Denn auch hier gilt, nichts ist unglücklicher als schlecht-gemachte Unterlagen. Selbst wenn Recruiter in weniger professionellen Unterlagen noch qualifizierte Kandidaten ausfindig machen können (und umgekehrt), ist doch der erste Eindruck oft unwiderruflich. Das mag moralisch verwerflich sein, ist aber wohl nur ehrlich. Dazu kommt, dass sich Menschen vor laufenden Kameras häufig unwohl fühlen und entsprechend unsicher wirken. Nur besonders telegene Bewerber sollten sich daher an eine Video-Bewerbung wagen. Dann jedoch stößt man sicherlich aus der Masse klassischer Bewerbungen durch Kreativität und Mut hervor. Dass dies zum angestrebten Job und Umfeld passen sollte, ist selbsterklärend. Bis sich dieser Trend bei uns durchsetzt und wir zusätzlich zum strukturierten Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnissen auch Videostreams der Bewerber erhalten werden, bedarf es sicherlich noch an Zeit und Aufklärung.

FAZIT: Video-CVs werden die klassischen Bewerbungsunterlagen allenfalls ergänzen und nicht ersetzen. Gute, also professionell aufgenommene und strukturierte, Videos sind bisher leider eher die Ausnahme, dieses Bewerbungstool glänzt momentan eher durch Negativbeispiele. Aber: ein professionelles, kurzes Video gibt einen schnellen und guten ersten Eindruck von einer Person – der häufig mehr haften bleibt als die Inhalte des Lebenslaufes – was von Vorteil oder Nachteil sein kann. Uns hat das Video des Bewerbers jedenfalls positiv darin bestärkt, ihn alsbald persönlich kennen zu lernen. Und wir haben dann schon einen Eindruck seiner Persönlichkeit. Im Gegensatz zu ihm, denn hoffentlich gibt es nicht bald Video-Stellenangebote oder ähnliches....

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