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Wenn Profis einkaufen

20.11.2007

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Kategorie: Branche Interimsmanagement

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Von: Prof. Jacques J.A.M. Reijniers

In Deutschland hat sich der Markt für Interimsmanagement in den letzten Jahren weiterentwickelt - aus den „Kinderschuhen“ herausgewachsen arbeitet man nun professioneller: organisiert sowohl auf Provider- als auch auf Interimsmanager- Ebene, zunehmend bekannter dank Marketing- und PR-Investitionen und gut ausgebildet durch Workshops und inzwischen sogar Studienprogramme.
 
Dennoch stehen die Marktteilnehmer -gut vorbereitet- im täglichen Geschäft immer wieder vor der gleichen Herausforderung: dem Kunden. Interimsmanager und ihre Provider verstehen sich als Problemlöser für Unternehmen. Doch das kurzfristige Lösen von Problemen unterschiedlichster Art bedingt eine gute Vorbereitung auf Seiten der Unternehmen: Erstens die Analyse des Bedarfs, zweitens die Entscheidung „Selbst machen oder einkaufen?“ und dann letztlich die Auswahl des geeigneten Dienstleisters. Interimsmanager oder Unternehmensberater? Agentur oder Einzelpersonen?
 
Zur Beantwortung dieser komplexen Fragen hilft es, sich das Aufgabenfeld eines Interimsmanagers zu verdeutlichen. Vor einigen Jahren beschäftigte sich der US-Autor Dave Ulrich mit den unterschiedlichen Rollen, die Personalabteilungen innerhalb eines Unternehmens erfolgreich erfüllen müssen, um so zum „HR Champion“ zu werden. Hintergrund war derzeit das indifferente Image von Personalabteilungen die als „Dienstleister“ viele interne Kunden betreuen und sich neuen Aufgaben stellen müssen.
 
In Anlehnung an diese vier Rollen, lassen sich die verschiedenen Tätigkeitsbereiche eines Interimsmanagers beispielhaft skizzieren. Steht ein Unternehmen beispielsweise vor einer grundlegenden Entscheidung und sucht Unterstützung, berät der Interimsmanager als „Strategischer Partner“ die Geschäftsleitung. Nach einem Merger oder einer Akquisition bedarf es jedoch eher einem „Change Agent“, der die Veränderung im begleitet und entsprechend an Mitarbeiter kommuniziert. Als Experte und Spezialist werden Interimsmanager oft kurzfristig hinzugezogen, wenn ein Projekt zusätzliches (analytisches und fachliches) Know-How benötigt.
  
In den meisten Fällen sind jedoch nicht nur fachliche und/oder Branchenkenntnisse entscheidend, sondern ebenso persönliche Merkmale. Je nach Aufgabe muss der Interimsmanager das entsprechende Rüstzeug an Kommunikation, Motivation, Engagement und Mitarbeiterführung mitbringen. In diesen Funktionen werden Interimsmanager auf Führungsebenen zwischen middle- und top-management eingesetzt.
  
Ist die Entscheidung für die Problemlösung durch einen Interimsmanager gefallen, bleibt die Auswahl zwischen der Zusammenarbeit mit einem Provider oder Einzelpersonen. Beides birgt Vor- und Nachteile, dies es vorher abzuwägen gilt. Provider wie die Management Angels stehen den Kunden beratend zur Seite – auch schon während der Problemanalyse. Ihre Arbeit beginnt vor der des Interimsmanagers und hört nicht mit der Kandidatenpräsentation auf. Als „Shadow Manager“ hinter dem Interimsmanager begleiten Provider das Projekt durch die gesamte Laufzeit und unterstützen Unternehmen und Interimsmanager bei vielfältigen Aufgabenstellungen. Der Erfolg einer Interimsmangement Aufgabe kann davon ebenso abhängig sein, wie von der notwendigen Vorarbeit beim Kunden und der Kooperation im Projekt.
 
Mit zunehmendem Einfluss eines professionellen Dienstleistungs-Einkaufs steigt daher die Bedeutung einer strategischen Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern.
Unsere Erfahrung insbesondere bei der Nutzung von Rahmenverträgen hat gezeigt, dass je enger die Zusammenarbeit ist, desto besser kennen und vertrauen sich beide Seiten und der Mehrwert für das Unternehmen steigt. Andererseits sollte man nicht nur und alleine auf die Kosten achten, insbesondere wenn die genauen Bedingungen der Zusammenarbeit zum Zeitpunkt der Vertragsvereinbarung nicht eindeutig zu definieren sind. Gleichwohl fallen die Prozesskosten für alle Beteiligten, weil eine effizientere Kommunikation und Betreuung möglich ist und ein möglichst transparanter Kostenaufbau stellt in diesem Zusammenhang einen eindeutigen Mehrwert für den Kunden dar.
Dies alles gestaltet nicht nur den Prozess an sich effizienter, sondern bringt auch den Auftraggeber zeitlich der Lösung ungleich schneller nahe. 

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