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Wenn es um die Qualität geht

Interim Manager Automotive

Heute möchte ich Ihnen von meinem aktuell abgeschlossenen Projekt als Leiter Qualitätsmanagement im Bereich Automotive berichten. Der Start in ein neues Mandat ist immer eine delikate Angelegenheit. Natürlich hat man bereits viel in den Vorgesprächen erfahren, aber wenn man dann vor Ort ist, ist doch vieles anders. So auch in diesem Projekt.

Meine Aufgaben sind leicht zu beschreiben. Es ging um eine Vakanzüberbrückung. Die Abteilung musste fachlich und organisatorisch geführt werden und gleichzeitig sollten alle notwendigen Schritte eingeleitet  werden, um die strukturellen Erweiterungen im Unternehmen durchzuführen.

Durch die erheblichen Umfänge an Neuteilen und Neuanläufen galt es, bei besonders wichtigen Produkten geeignete Maßnahmen zu finden, um die Qualitätsmanagement-Aufgaben, abgestimmt mit allen anderen Abteilungen, geeignet und prozesskonform einzuführen.

Das Unternehmen, das als echtes Kompetenzzentrum für Kunststoffverarbeitung im Konzern gilt – zu Recht, wie ich anfügen möchte – war mit Luxusproblemen beschäftigt.

So wurden Investitionen in erheblichem Umfang ausgelöst, so ziemlich alle großen OEMs kamen mit neuen Teilen und gleichzeitig musste natürlich die Qualität stimmen. Die Neuanläufe führten zu deutlicher Mehrarbeit, hinzu kamen die Bemusterungen und vieles mehr.

Darüber hinaus kamen die typischen Aufgaben eines Qualitäts-Managers hinzu, wie Audit-Durchführungen gemäß ISO/TS 16949, VDA, ISO 50001 für Energiemanagement usw.

Wir hatten aus Qualitäts-Sicht in erster Linie mit Kapazitäts- und Technologieproblemen zu kämpfen, d. h., durch die vielen Bemusterungen konnte bspw. eine 3D-Messmaschine nicht alles leisten, was benötigt wurde, weil einige Messprogramme mehrere Stunden zur Fertigstellung brauchten. Da nun einige dieser Programme anstanden, mussten wir einen Teil der Messaufgaben an andere Standorte auslagern.  Natürlich durfte auch die Serienüberwachung nicht zu kurz kommen. Zudem bedingte der Einsatz neuer Fertigungstechnologien ein Umdenken in der bisherigen Vorgehensweise und eine Neuplanung vorhandener Mess-Strategien.

Nach einer kurzen Analyse der anstehenden Qualitäts-Aufgaben und der verfügbaren Kapazitäten am Standort wurde daher neben neuem Personal auch neues Equipment beschafft.

Dies durchzusetzen stellte sich als nächstes größeres Problem heraus. Unternehmen, die in Budgets denken, haben häufig ein Problem, wenn ungeplante Ereignisse dazu führen, diese Budgets zu ändern bzw. anzupassen, aber in jedem Fall die Budgetgrenze überschreiten zu müssen. Hier musste ich erhebliche Energie auf die Argumentation der Notwendigkeit der Beschaffungen aufwenden, um das TOP-Management vom Nutzen zu überzeugen. Hilfreich war hier die Skizzierung einer Sekundär-Einnahmequelle als Dienstleister für andere Konzerngruppen oder externe Kunden, d. h. die Mess- und Prüfaufgaben konnten am externen Markt angeboten werden.

Ein dritter herausfordernder Part waren die internen Prozesse. Schon nach sehr kurzer Zeit erkannte ich, dass die Vorausplanung für neue Produkte zwar sehr gute Prozesse hatte, aber diese mit der Komplexität einiger neuer Produkte schwer in Einklang zu bringen waren. Vieles konnten wir u. a. durch aktives Nachfragen und die berühmten Task Force-Runden lösen, aber es blieb dennoch schwierig. Hier half es ungemein, dass die Kollegen in den verschiedenen Abteilungen sehr engagiert waren und trotz einiger Prozessdefizite die Ergebnisse doch erstellen konnten.

Dennoch bedurfte es einer gewissen Hartnäckigkeit, um die geforderten Ergebnisse zu erhalten.

Wie immer in solchen Projekten zählen die fachlichen Kenntnisse eines Interim Managers weniger, hier werden in erster Line eher die „Social Skills“ gefordert. Ich hatte zwar eine sehr gute Mannschaft, aber auch diese kann nur so lange gut arbeiten, bis die ersten strukturbedingten Probleme auftauchen.

Zusammengefasst konnten aber alle Ziele erfolgreich erreicht werden.

So wurde die Abteilung fachlich ausgebaut, neue Maschinen eingeführt und Schulungen durchgeführt, die z.T. auch bei externen Instituten stattfanden. Hinzu kamen die notwendigen Anpassungen an die Organisation, um die wachsenden Messaufgaben auch beherrschen zu können.

Nicht zuletzt konnten durch mein aktives Networking im Hause viele Probleme und Meinungen bereits frühzeitig geklärt bzw. bereinigt werden und der Standort lieferte einen echten Mehrwert.

Mein Projekt endete dann sogar früher als erwartet, da ein festangestellter Nachfolger gefunden wurde. Der berühmte Spruch „man kommt, um zu gehen“ hatte sich wieder einmal bewahrheitet, aber dennoch geht man mit Wehmut. Ein schönes Projekt!