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Dringend zu beachten! Datenschutz in Produktmarketingprojekten

Projektmanager IT

In Deutschland wird der Datenschutz seit Jahren sehr ernst genommen. Bürger und damit Kunden zeigen ein deutliches Interesse an der Erfassung, Verarbeitung und Speicherung ihrer Daten. Aktuelle Diskussionen und Medienberichte im Zusammenhang mit der NSA und den Vorlagen für ein neues, einheitliches, europäisches Datenschutzgesetz verstärken diesen Effekt noch. So muss das unterschiedliche Verhalten der Menschen im Umgang mit ihren persönlichen Daten heute bei jedweden Projekten und Produkten von Unternehmen im Vorfeld soweit wie möglich antizipiert und prozessual berücksichtigt werden.
 
Bei meinem Projekt für einen großen amerikanischen Software- und Serviceanbieter, der seinen Kartendienst mit weiteren Ansichten und Features ausbauen wollte, stand deshalb das Thema Datenschutz ganz oben auf der Liste. Das internationale Produkt an die nationalen Herausforderungen anzupassen, mögliche Widersprüche zu erfassen bzw. zu speichern sowie die rechtskonforme prozessuale Behandlung der Daten sicherzustellen waren die Herausforderungen.

Ganz wichtig für dieses Projekt war es, die notwendige Transparenz und Reaktionsgeschwindigkeit bei der Beantwortung der Kundenanliegen zu gewährleisten, um Kundenerwartungen zu erfüllen, positive Presse zu fördern bzw. negative zu vermeiden, und somit Vertrauen aufzubauen.

Neben den Anforderungen der deutschen Unternehmenseinheit lege ich als Marketer bei derartigen Konzeptionsthemen zusätzlich besonderen Wert auf anwendbare Prozesse zum Wohle des Kunden. Die Fokussierung auf den Kunden bei vertretbarem Aufwand für das Unternehmen ist für mich das wichtigste Credo. Aufgrund meiner langjährigen Marketing- und Projekterfahrung wurde mir – noch während des laufenden Projektes – ein weiteres Projekt zur Adaption einer internationalen Marketingkampagne für ein Kernprodukt des Unternehmens übertragen.

Da die Reaktion der Kunden oftmals nur geschätzt bzw. angenommen werden kann, ist es in einem solchen Projekt wichtig, kreativ das Verhalten des Kunden zu antizipieren und skalierbare Prozesse vorzubereiten. Im vorliegenden Fall gab es zwar einen vergleichbaren Case, der lag allerdings schon Jahre zurück. Nutzer haben ihr Verhalten und ihre Einstellung gegenüber Kartendiensten geändert und haben die Vorteile der Services zum Teil bereits erkannt.

Bei einem so sensiblen Thema spielt das Image der Unternehmung eine wesentliche Rolle. Da sind innovative, amerikanische Unternehmen vor dem Hintergrund der aktuellen Abhörskandale mit einer zusätzlichen Herausforderung in der Informationspolitik und im Prozessdesign konfrontiert.

Deshalb wurden von Beginn an mögliche notwendige Skalierungen für den Worst-Case eingeplant.

Durch die längere und intensive Zusammenarbeit als Interim Manager mit unternehmensinternen Datenschützern und der Rechtsabteilung gewann ich ein gutes Verständnis für die möglichen Spielräume im Projekt und bei Verhandlungen mit Dritten. Dies führte im konkreten Falle sogar zu einem weiteren, dritten Projekt direkt mit dem internen Datenschützer, in dem es ebenfalls um die Vorbereitung und Adaption von Prozessen zur Bearbeitung von Kundenanfragen ging. Zudem wirkte sich das längerfristige Vertrauens- und Arbeitsverhältnis natürlich auch deutlich effizienzsteigernd auf alle Projekte aus. Bei allen drei Projekten wurde deutlich, dass jede Planung und Konzeption vergebens ist, wenn die zeitnahe und effiziente Steuerung bzw. der Zugriff auf technische Ressourcen nicht gewährleistet ist. Übersichtliche und konkrete Handlungsalternativen aufzuzeigen war das Gebot der Stunde, um die Zeitpläne zu wahren. Fokussierte Entscheidungsvorlagen und eine umsichtige Marktkommunikation verhindern in derartigen Situationen unnötige und nicht mehr handhabbare Wellen der Empörung seitens der Kunden.

Dabei sehe ich mich als Interim Manager nicht nur in der konzeptionellen Rolle, sondern kann als „Hands-on“-Berater auch selbst in die Geschehnisse eingreifen, einen Kommunikationsleitfaden entwickeln und – soweit gewünscht – im Namen des Kunden die Verhandlungen und die Kommunikation unterstützen.

Komplexe Projekte mit mehreren nationalen und internationalen Beteiligten erfordern ein agiles und flexibles Projektmanagement. Neben den sprachlichen und kulturellen Differenzen im transkontinentalen Projekt müssen in derartigen Projekten auch simple, „administrative“ Komplexitäten/Schwierigkeiten wie unterschiedliche Zeitzonen beachtet werden.

Der Kunde schätzte dabei nicht nur meine zeitliche Flexibilität und langjährige Erfahrung im Bereich Internet und Webapplikationen, sondern auch das diplomatische Feingefühl, mit dem es sowohl in der Diskussion mit externen Dienstleistern, Gremien und Behörden zu verhandeln, als auch interne Vereinbarungen nachzuhalten bzw. zu controllen galt. Als interimistischer Projektleiter war es dabei ein Kernthema für mich, über den gesamten Zeitraum von ca. 2,5 Jahren den Überblick zu bewahren und vor dem Hintergrund der Flut von Konzernthemen richtig zu priorisieren, um nicht „übersehen zu werden“ bzw. unternehmensinterne Ressourcen zu lange zu binden.

Als quasi einzige dedizierte fixe Kapazität im Projekt präsentierte ich mich dabei gegenüber Dritten oftmals als Mitarbeiter des Klienten, um nicht den Eindruck eines extern handelnden „Beraters“ bzw. Dritten entstehen zu lassen. Dies ist nur bei einer längerfristigen Einbindung als Interim Manager  und einem Verhältnis des Vertrauens möglich. So hatte ich Zugriff auf alle relevanten Informationen und konnte in der kollegialen Zusammenarbeit mit internen Mitarbeitern den Spaß auch bei Anfeindungen von außen aufrechterhalten. Auch die Kommunikation auf C-Level oblag mir.

Den vorläufigen Abschluss der Projekte bildete eine Anforderungsliste für weitere Optimierungen des Produktes. Gerne werde ich nun die Entwicklung „unseres Babys“ auch von „außen“ weiter verfolgen, da man als Interim Manager immer auch Teil des Produktes wird.