Home > Erfolgreich abgeschlossenes Projekt in der IT-Branche

Flexibilität und eine große Werkzeugkiste gegen die Schieflage

Interim Projekt IT

Mein erster Tag als interimistischer Projektmanager in der IT eines Großhandelsunternehmens offenbarte mir schon: Das wird schwierig! Ich sollte zwei Projekte übernehmen, die bis dato ohne expliziten Projektleiter bearbeitet wurden, und die sechs Wochen später live gehen sollten. So gesehen befanden sich beide Projekte bereits in arger Schieflage.

Bei dem einen Projekt handelte es sich um die Umsetzung einer Gesetzesänderung, die zum 30. Juni 2014 fertig sein musste. Es ging um eine Änderung in der Steuergesetzgebung, die komplexe und komplizierte Anpassungen der SAP-Systeme und der Schnittstellen zu weiteren Programmen erforderten.

Das andere Projekt hatte Anpassungen in der Abrechnung zum Ziel, die in einer individuellen Lösung umgesetzt werden mussten. Die Applikationslandschaft war sehr komplex und es waren alte Systeme im Einsatz.

Das erste Problem, das ich zu lösen hatte, wurde dadurch verursacht, dass beide Projekte weitestgehend dieselben IT-Mitarbeiter benötigten. Nach entsprechender Analyse und Ressourcenplanung entschied ich mich für eine Verschiebung des GoLive-Termins des zweiten Projektes, um die pünktliche Fertigstellung des Projektes mit dem gesetzlich vorgegebenen Termin sicherzustellen. Der Lenkungsausschuss bestätigte diese Entscheidung.

Im weiteren Verlauf meines Engagements wurde ich gebeten, zwei weitere Projekte zu übernehmen. Zum einen das IT-Teilprojekt eines für das Unternehmen strategisch sehr wichtigen Vorhabens, zum anderen die Realisierung eines elektronischen Datenaustauschs mit einem großen Kunden des Unternehmens.

Das zuerst genannte Projekt erwies sich deshalb als kritisch, weil die Datenqualität der zu migrierenden Daten sehr schlecht war. Wir mussten einen externen Spezialisten ins Team holen, damit dieser Teil im Rahmen der Zeitplanung überhaupt zu schaffen war. In diesem Projekt hatte ich mit häufig veränderten Anforderungen und „vergessenen“ Funktionalitäten zu kämpfen. Aus diesem Grunde wurde es notwendig, einen Teil der Funktionalitäten in eine spätere zweite Projektphase „auszulagern“. Dadurch konnte das Projekt mit allen für die Kundenseite notwendigen Systemen rechtzeitig fertiggestellt werden.

Das andere Projekt konnte nur erfolgreich werden, wenn die Zusammenarbeit mit den – teilweise externen – IT-Spezialisten des Kunden gut funktionierte. Am Anfang war das aufgrund politischer Friktionen aus der Vergangenheit schwierig. Durch intensive gemeinsame Problemanalyse und Entwicklung wurde die Teamarbeit im Verlaufe des Projektes immer besser, so dass ich mein Projekt einen Monat früher als geplant fertigstellen konnte.

In diesem Mandat, das insgesamt über 17 Monate ging, musste ich einige Male tief in meine Werkzeugkiste greifen, in der ich die in 36 Jahren IT-Arbeit gemachten Erfahrungen und Instrumente gesammelt habe. Dazu gehören eine der jeweiligen Situation angepasste Kommunikation, emotionale Intelligenz, auch das Erstellen von Protokollen, Statusberichten und Präsentationen in Ermangelung einer Projektassistenz und natürlich mein gesunder Menschenverstand.

Meine Grenzen habe ich immer dort gefunden, wo es notwendig gewesen wäre, Menschen in ihren Grundsätzen und/oder Ansichten signifikant zu verändern. Verhaltensänderungen zu bewirken gelingt nur, wenn die Unterschiede zwischen Wunsch und Wirklichkeit nicht allzu groß sind.

Unabhängig davon konnte ich die Projekte erfolgreich abschließen. Ich selbst habe dabei viel gelernt und bin überzeugt, dass auch der eine oder andere Mitarbeiter vom Einsatz meiner Werkzeuge profitieren konnte.