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Mergers & Acquisitions

Liebe Leser,

kennen Sie die „Deutschen Stars – 50 Innovationen, die jeder kennen sollte“? In einem lesenswerten, kurzweiligen Digital-Prospekt des Bundespresseamtes wird deutlich: Deutschlands Innovationsgeschichte ist lang. Hinter den Entwicklungsgeschichten dieser 50 exemplarischen Erfindungen, die weltweit Beachtung fanden, stehen faszinierende Unternehmensgeschichten, querdenkende Persönlichkeiten und gesellschaftliche Veränderungen.

Um aus brillanten Ideen wirtschaftlich erfolgreiche Weltmeister werden zu lassen, muss das Management mit einem gut sortierten Strategiebaukasten vertraut sein. Unverzichtbare Basisinstrumente sind dabei Unternehmensakquisitionen, Fusionen und Restrukturierungen. Nur so kann der andauernde wirtschaftliche Wandel, der eine führende Volkswirtschaft voranbringt, in unternehmerischen Erfolg gewendet werden. Erfolgreiche Manager sind Dirigenten des Wandels.

Die Management Angels Newsletter-Ausgabe im Juli 2008 widmet sich dem Thema Mergers & Acquisitions (M&A). Für Interim Manager beschreiten wir damit kein Neuland, im Gegenteil. Gerade im zeitlichen Umfeld von M&A-Prozessen verdichten sich zentrale Entscheidungssituation, sind erfahrene Know-How-Träger für einen Einsatz auf Zeit gefragt. Einen Merger in allen Phasen erfolgreich über die Bühne zu bekommen, setzt ein exzellentes Zusammenspiel aller Beteiligten voraus.

Unser erster Artikel gibt einen Abriss zu aktuellen Entwicklungen und Potenzialen am M&A-Markt. Das Interview führten Constanze Hollatz und Erdwig Holste von den Management Angels mit Dr. Christine Menz, Expertin für die operative Begleitung von Kapitalmarkttransaktionen. Der zweite Artikel rekurriert auf die Verlaufsphasen eines Mergers.
Platzieren Sie Ihre Kommentare im Branchen-BLOG Interim Management oder kontaktieren Sie uns bei Rückfragen direkt; wir wünschen in jedem Fall anregende Lektüre,

Ihre Management Angels

Interim Management M&A
Aller guten Dinge sind sechs!
Aktuelle Entwicklungen und Potenziale am M&A-Markt

Mergers & Acquisitions (M&A) haben derzeit wieder einen hohen strategischen Stellenwert. Nach dem großen Knall am M&A-Markt mit anschließender Degression im Jahre 2001 hat sich der Markt offensichtlich weitestgehend erholt. Experten sprechen bereits von der 6. Übernahmewelle („Merger Wave“), die das internationale Wirtschaftsgeschehen erfasst habe.

Das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung veröffentlicht in regelmäßigen Abständen den ZEW-ZEPHYR M&A-Index, der aktuelle Transaktionen am M&A-Markt erfasst und aufbereitet. Seit 2006 ist ein kontinuierlicher Anstieg festzustellen, derzeit (Q1 2008) stagniert er zwar, dennoch ist noch kein Ende abzusehen. Was der Index nicht ausdrückt, ist wer hinter den Fusionen steckt. Zumeinst denkt man bei Merger an DAX-notierte Großkonzerne, doch ist es momentan der Wirtschaftsmotor Mittelstand, der das Fusionsgeschäft lebendig hält.

Das Bankhaus Metzler befragte in einer im Jahr 2007 veröffentlichten Studie 235 repräsentativ ausgewählte Unternehmen mit größtenteils über 50 Mio. EUR Jahresumsatz. Das Ergebnis: „Fast jeder zweite Familienunternehmer (47%) hat in den letzten zehn Jahren ein anderes Unternehmen ganz oder teilweise übernommen. Knapp 18% haben sowohl gekauft als auch verkauft, und 33% haben weder gekauft noch verkauft. Der weitaus größte Teil der Firmenkäufe (56%) wurde im Inland getätigt, 15% haben ausschließlich im Ausland zugekauft und 29% haben im In- und Ausland Zukäufe getätigt.“

Dabei überraschte die Studie mit der Erkenntnis, dass bei derart elementaren Entscheidungen nur etwas weniger als die Hälfte der Unternehmen mit M&A Plänen externe Experten hinzuzogen. Hier liegt also noch viel Aufklärungspotenzial für die gesamte Interim Management Branche.

Im aktuellen M&A-Geschehen sind einzelne Branchen besonders auffallend. Vor allem Unternehmen aus dem TIMES-Umfeld – den Kernbranchen von Management Angels – sind aktiv. Im Rampenlicht der letzten Monate stand neben der Freenet AG (debitel) auch die Deutsche Telekom AG (Hellenic Telecom). International wies der Merger von 2006 von AT&T Inc. und BellSouth Corp. eines der höchsten Transaktionsvolumina der letzten Jahre auf.

Auf dem Biotech-Pharma-Markt sind die Übernahmebemühungen anders gelagert. Hier bietet man sich an. Deutsche Biotech-Firmen kämpfen augrund schlechter Geschäftsplanungen ums Überleben. Die Financial Times Deutschland spricht gar von einem „Hilferuf deutscher Biotechfirmen“.

Der M&A-Markt bleibt ein spannendes und klassisches Einsatz-Feld für Interim Manager, die, wenn Qualifikation, Erfahrung und Persönlichkeit in optimalem Verhältnis zum Anforderungsprofil stehen, nachhaltig und langfristig Wert schaffen.

Dr. Christine Menz
Interview mit Dr. Christine Menz
„Mittelständische Unternehmen können durch M&A Grenzen überschreiten“

Dr. Christine Menz war bis 2001 Global Head Corporate Affairs and Branding bei Rio Tinto Alcan, Kanada. In den Jahren davor hatte sie verschiedene Führungspositionen in international tätigen Industrieunternehmen inne, u.a. in den Bereichen Business Development, Finanzkommunikation und Strategieentwicklung.
Frau Menz ist Partnerin der Wirtschaftsberatung Hirzel. Neef. Schmid. Konsulenten mit Sitz in der Schweiz. Zu ihren Kernkompetenzen gehören die strategische Beratung von nationalen und internationalen Unternehmen sowie die operative Begleitung von Kapitalmarkttransaktionen (M&A, Börsengänge), national und cross-border.
Seit kurzem ist Frau Menz Mitglied im Interim Manager Pool von Management Angels.

Erdwig Holste: Frau Menz, das Thema unseres Interviews ist „Mergers & Acquisitions.“ Lassen Sie mich mit einem Zitat beginnen. Der Bundesverband Mergers & Acquisitions e.V. (BM&A) konstatiert in seinem Mission Statement, für jeden Konzern wie für jedes größere mittelständische Unternehmen, das strategisch im Sinne relativer Wettbewerbspositionen denke, sei M&A ein unverzichtbares Instrument im Strategiebaukasten. Bestätigen Sie diese Einschätzung?
Dr. Christine Menz: Diese Einschätzung teile ich voll und ganz. M&A ist ein wichtiges Thema für das Wachstum und die Zukunftssicherung von Unternehmen.

Erdwig Holste: ...Strategiebaukasten klingt nach Normalität. Ist es nicht vielmehr so, dass Unternehmen M&A in erster Linie als Ausnahmesituation und weniger als Management-Tool begreifen?
Dr. Christine Menz: Hier ändert sich etwas. M&A wird zunehmend auch in mittelständischen Unternehmen als Unternehmens-Tool eingesetzt, das im Zuge der Globalisierung Möglichkeiten eröffnet, um bspw. zeitnah Präsenz in fremden Märkten zub erreichen oder technologisches Know-How ans Unternehmen zu binden. M&A ist eine wichtige Option neben dem internen Wachstum.

Erdwig Holste: Der BM&A spricht weiterhin davon, es gäbe „beim Standard an M&A-Dienstleistungen und -Prozessen wie sie sich in Deutschland bislang abzeichnen“ teilweise noch Nachholbedarf „im internationalen Vergleich.“ Von welchen Defiziten ist hier die Rede?
Dr. Christine Menz: Wenn ich mir den M&A Markt in Deutschland anschaue, sehe ich keine größeren Disparitäten im internationalen Vergleich oder etwa prägnante Defizite. Gerade im letzten Jahr waren die M&A-Aktivitäten in Deutschland insgesamt beachtlich, mit Abschwächungen im zweiten Halbjahr, die im Kontext der globalen Finanzkrise zu sehen sind. Deutsche Unternehmen orientieren sich bei der internationalen Akquisition von Unternehmen gen USA oder auch in die Richtung der beiden Nachbarländer Schweiz und Österreich, neben Großbritannien und Frankreich. Aktivitäten sind vor allem im deutschen Mittelstand zu beobachten.

Interim Manager
„All Mergers are not alike“
Einen idealtypischen Verlauf gibt es nicht

Jeder Merger ist unterschiedlich. Sie differieren nicht nur in ihren Volumina, sondern vor allem in ihren sogenannten „Objectives“ und „Scopes of Integration“. Wesentlich für den Verlauf ist, ob ein vertikaler oder horizontaler Merger durchgeführt wird. Die unterschiedlichen Phasen einer jeden Fusion erfordern ganz unterschiedliche Handlungsweisen von allen Beteiligten – ein Fakt, der oftmals extrem unterschätzt wird.

Die Beratungshaus A.T. Kearney hat in einer im Mai 2008 veröffentlichten Studie 175 Merger untersucht und diese in sieben verschiedene Arten typologisiert. Ergebnis der Studie ist die Bestätigung, dass immer noch eine Vielzahl der Merger scheitern, weil die richtigen Erfolgsfaktoren zumeist außer Acht gelassen und voreilige Zielvorgaben implementiert werden.

Die meisten Merger scheitern in der Post Merger Phase. Hier wird zu schnell auf Synergien und Kostensenkungspotentiale geschaut, anstatt ein nachhaltiges Umsatzwachstum zu priorisieren. Dieser ist nach alter Schule immer noch in erster Linie über den Vertrieb und den Auf- und Ausbau der Kundenbeziehungen zu generieren.

Oftmals kommt es gar nicht zu einer vollständigen Integration der akquirierten Unternehmung. Problematisch gestaltet sich hierbei der Umstand, dass Mergers & Acquisitions inflexibel sind, wenn es um den schnellen Abbau von Ressourcenbasen bzw. das Abstoßen neuer Unternehmensteile geht. Dieser Abbau verursacht die sogenannten irreversiblen „sunk costs.“ Mergers & Acquisitions müssen in einer stabilen Umwelt stattfinden. Um Investitions-Unsicherheiten abzubauen wird daher vielfach zunächst die „Realoption“ der Unternehmenskooperation favorisiert, die später durch eine Vollintegration ersetzt werden kann.

Um in allen Phasen eines Mergers „on-time“ Spezialisten hinzuziehen zu können, empfiehlt sich der direkte Kontakt zu einem professionellen Provider, der in kürzester Zeit Kontakte aus seinem Netzwerk vermitteln kann. Ihre Ansprechpartner bei den Management Angels sind etwa in der Lage, bereits 48 Stunden nach einem ausführlichen Erstgespräch ggf. erste Kandidaten zu präsentieren. Im Interim Management Pool von Management Angels haben ca. 6% der 1.500 Pool-Mitglieder einen expliziten Tätigkeits-Schwerpunkt auf M&A-Themen gelegt.
 

Zitat Investor Warren Buffet
Wise Sentence
Warren E. Buffet on Synergies

Synergy: A Term widely used in Business to explain an Acquisition that otherwise makes no Sense.”

Warren Edward Buffett (*30. August 1930 in Omaha, Nebraska), US-amerikanischer Investment-Tycoon und mit einem geschätzten Privatvermögen von 62,4 Milliarden Dollar (Forbes, 2008), der reichste Mensch der Welt vor dem zweitplatzierten Mexikaner Carlos Slim Helú und dem drittplatzierten Microsoft-Gründer Bill Gates. Der Großteil seines Vermögens ist in der von ihm aufgebauten Investment-Firma Berkshire Hathaway angelegt.
Das Zitat stammt aus einem „Brief an die Aktionäre“ aus dem Jahre 1985

Interim Management Forum
Veranstaltungen
Veranstaltungsrückblick

Das vierte Interim Management Forum dieses Jahres in Hamburg befasste sich mit dem Thema „Trends im Interim Management: Young Talents“. Als Referenten konnten die Management Angels Frau Ina Ferber gewinnen. Sie ist bereits seit 2005 erfolgreich als Interim Managerin tätig und betreut Kunden im Human Ressource Bereich. Ihr Vortrag bezog sich unter anderem auf die AIMP Provider Umfrage 2008.

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change x
Lesenswertes über die neue Arbeitswelt
Netzwerkpartner von MA: changeX

changeX ist das führende Online-Medium für Entscheider und Multiplikatoren, die den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft konstruktiv begleiten und mitgestalten wollen. changeX versucht hierfür aktuelle Hintergründe und Zusammenhänge zur Verfügung zu stellen. Folge 2 der changeX-Serie über die neue Arbeitswelt:
Sie nennen es Arbeit. Arbeiten in der digitalen Boheme – eine Reportage
von Anja Dilk

Redaktion 

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