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Selbständigkeit

Liebe Leser,

das Thema Selbständigkeit ist in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Gegenstand der öffentlichen Debatte geworden. Implizit geht es um den modernen Arbeitnehmer, der flexibel und projektorientiert arbeitet, eigenverantwortlich mitdenkt und als „praktisch“ Selbständiger autonom die Innovationskraft seines(r) Unternehmen(s) sichert. Explizit geht es um die „faktisch“ und „offiziell“ Selbständigen von heute, neue Erwerbsbiografien und um Unternehmen, die die Vorteile von Managern auf Zeit für ihre Geschäftsplanungen erkannt haben.

Selbständig zu sein ist en vogue. Wer behauptet schon gern freiwillig, am liebsten Top-Down Anweisungen seines Vorgesetzten im Zeitfenster nine-to-five Folge leisten zu wollen. Selbständigkeit ermöglicht ökonomische Unabhängigkeit, gewährt persönliche Freiräume und garantiert zunehmend gesellschaftliche Anerkennung.

Für die Interimsmanagement-Branche bringen diese Entwicklungen interessante Herausforderungen mit sich. Schon jetzt ist offenkundig, die Profile erfolgreicher Interimsmanager verändern sich. Dies erläuterte Anna Ott von Management Angels unlängst in einem Presse-Artikel für Monster.de.

Deutsche Unternehmen sind immer stärker auf der Suche nach „Idealkandidaten“, die Projekte ohne Einarbeitungs- und Qualifizierungsvorlauf Projekte on-time zum Erfolg führen. Die Ansprüche von Unternehmen sind in den letzten Jahren gewachsen, eine spannende Herausforderung für die gesamte Personalbranche.

Gleichzeitig wird die Zahl der selbständigen Hochqualifizierten, die aus einer prinzipiellen Einstellung heraus nicht an einer Festanstellung interessiert sind, immer größer. Diese Hochqualifizierten ermöglichen es, neues Wissen in Unternehmen zu bringen, effizientere Prozesse operativ zu implementieren, die Profitabilität eines Unternehmens weiter zu steigern.

Die Februar-Ausgabe der news&views greift das facettenreiche Thema Selbständigkeit auf und erläutert u.a. am Beispiel Hamburg, welche Dynamik visionäre Existenzgründer regional und überregional entfalten können. Interview-Partner ist Dr. Stefan Papirow von der Beteiligungsgesellschaft Hamburg, der als Finanzierungs-Experte für Existenzgründungen seine Sicht der Dinge zu aktuellen Entwicklungen erläutert.

Wir wünschen anregende Lektüre!

Ihre Management Angels

Moderne Unternehmen
Moderne Unternehmen – Organisationen mit „Anschlüssen“
Deutsche Unternehmen holen auf

Vorab das publizistische Fazit eines Artikels zum Thema „Arbeitswelt der Zukunft:

„Selbständigkeit, freiberufliche Projekttätigkeit, temporäre Erwerbslosigkeit oder mehrere Jobs gleichzeitig: dies wird für die meisten Menschen zur täglichen Wirklichkeit. Die im Industriezeitalter mit Arbeit einher gehende Abhängigkeit wird abgelöst durch Selbstbestimmtheit. Es werden neue Beschäftigungsformen entstehen, die vor allem durch Selbständigkeit geprägt sein werden.“

Es mehren sich die Stimmen, die die Attraktivität des deutschen Wirtschaft-Standortes an eine deutliche Erhöhung der Selbständigenquote koppeln. Ein aktiver Anwalt dieser Auffassung ist u.a. das Wirtschaftsmagazin brand eins, das in der September-Ausgabe 2007 titelte „Doppelt so viele Selbständige, Doppelt so viel Unabhängigkeit, Halb so viele Sorgen.“ Organisationen wie der Verein 20prozent e.V. etwa fordern eine Verdopplung der Selbständigen-Quote bis 2020 auf 20% und vertreten die Position, nur Unternehmer und Selbständige hätten „die Kraft, dieses Land zu erneuern.“

Die Studie „Was ist gute Arbeit“ der INQA (Initiative Neue Qualität der Arbeit), einem Bündnis aus Bund, Ländern, Sozialversicherungsträgern, Stiftungen und Unternehmen, belegte im letzten Jahr, „Selbständige erleben im Beruf weniger Fehlbeanspruchungen als Arbeitnehmer und haben daher weniger Stress.“ Interessanterweise „klagen Arbeitnehmer weitaus häufiger unter Unsicherheit sowie Über- und Unterforderung als ihre selbständigen Kollegen“ (77,3% zu 58,9% bzw. 67,7% zu 59,6%).

Die Schlussfolgerung: Mehr Selbstbestimmung reduziert Fehlbeanspruchungen, fördert das individuelle und berufliche Entwicklungspotenzial, ermöglicht mehr Effizienz und Leistung und führt zu mehr Zufriedenheit.

Was sind die Konsequenzen für Unternehmen?

Die Tageszeitung Die Welt veröffentlichte in diesem Kontext vor einigen Wochen einen relevanten Artikel. Das Fazit: „Ohne Austausch mit Externen, der Zusammenarbeit in einem Netzwerk können Unternehmen nicht mehr am Markt bestehen. Das weicht die Unternehmensgrenzen auf. Statt eines geschlossenen Kreislaufs wird die Organisation mit "Anschlüssen" versehen. Zu- und Abläufe, an die variable Einheiten oder eben Mitarbeiter an- und abgedockt werden können. Es lohnt sich oft nicht, Spezialisten fest anzustellen, Freiberufler haben zudem meist den besten Überblick über den neusten Stand der Branche.“

Es hat ein wenig gedauert, aber flexible, interimistische Personallösungen sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Die Einbindung externer Fachkräfte auf Zeit bietet Lösungen, die immer stärker nachgefragt werden.

Stefan Papirow
Moderne Unternehmen – Organisationen mit „Anschlüssen“
Deutsche Unternehmen holen auf

Zur Person: Dr. Stefan Papirow, Jahrgang 1949, Bankkaufmann, war 10 Jahre in leitender Funktion im Kreditbereich einer regionalen Bank tätig. Seit 1994 ist er gemeinsam mit Dieter Braemer Geschäftsführer der BTG, der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG) in Hamburg. Ziel ist es, Hamburger Unternehmen sowie Existenzgründer mit Eigenkapitalprodukten zu unterstützen. Dies umfasst:
- Beteiligungskapital für Hamburger Unternehmen und Existenzgründungen
- Beteiligungsstartkapital für Meisterinnen und Meister des Hamburger Handwerks,
- Eigenkapital für sehr junge Technologieunternehmen.

Durch die Bereitstellung von Eigenkapital insbesondere in Form stiller Beteiligungen bleibt der Unternehmer „Herr im eigenen Haus“.
Herr Papirow steht seit 2002 in Kontakt mit Management Angels.

Management Angels: Herr Papirow, wie beurteilen Sie die derzeitige Gründerkultur in Deutschland und speziell in Hamburg?

Dr. Stefan Papirow: Wir haben in Hamburg einen wahren Gründer-Boom. Wenn Sie einen Vergleich zum Bundesgebiet herstellen, ist Hamburg die Gründer-Hochburg! Mir liegen Zahlen vor, wonach in Hamburg auf 1.000 Einwohner 83 Gründer kommen. Für Hamburg ist das natürlich eine sehr erfreuliche Entwicklung. Andere Regionen in Deutschland ziehen aber mit klugen Konzepten nach. Ein weiterer Grund ist natürlich die Attraktivität der Stadt an sich, die mit Atmosphäre und Weltoffenheit gerade Kreative magisch anzieht. Hamburg ist traditionell Medienhochburg, entwickelt sich aber gerade zur Internethauptstadt.

Management Angels: Was könnte ursächlich sein für diesen Gründer-Boom wie Sie es nannten?

Dr. Stefan Papirow: Es gibt verschiedene Ursachen. In Hamburg ist in den letzten 10 Jahren sehr viel geschehen, um die Strukturen für Existenzgründer zu straffen und überschaubarer zu machen. Heute gibt es in Hamburg 3 große Anlaufstationen, wenn es um Informationsbeschaffung geht: Neben Handels- und Handwerkskammer gibt es das Wirtschafts-Zentrum Hamburg, dem die Hamburger Initiative für Existenzgründungen und Innovationen (H.E.I.) angeschlossen ist.
Noch vor 10 Jahren war die H.E.I. die „Mutter aller Gründungsinitiativen“ in Deutschland, mittlererweile gibt es ähnliche Beispiele in jeder größeren Region. Hier werden Gründer an die Hand genommen, können auf Informationen, Kontakte, Beratungsangebote, Weiterbildungen zurückgreifen. All diese Angebote finden einen großen Zuspruch.

Management Angels: Laut einer Studie der KfW-Bankengruppe ist die Anzahl der Gründungen in den letzten 2 Jahren deutlich zurückgegangen. Dies erklärt durch die positive Konjunktur-Entwicklung und den Rückgang sogenannter „Not-Gründungen.“ Ist infolgedessen die Qualität der Gründungen gestiegen?

Dr. Stefan Papirow: Dazu sind zwei Punkte zu beachten. Zunächst, es gibt Zyklen in der Gründungsintensität. Phasen großer Aktivität sind gefolgt von Phasen mit deutlich geringerem Interesse – der Ansturm an Interessenten ist „abgearbeitet“, die Fragen sind geklärt, die Unternehmen gegründet. Ein Indikator dafür sind bspw. die Hamburger Gründertage – demnächst übrigens wieder am Sa., 09.02.2008 in der Handelskammer –, deren Besucherzahlen entsprechend rauf und runter gehen, oder auch die Teilnehmerzahlen überregionaler Wettbewerbe für Business-Pläne. Ich teile Ihre Einschätzung, die Zahlen sind derzeit rückläufig, sie werden sich aber mit Sicherheit in der nächsten Zeit wieder nach oben orientieren.

(...)

Lesen Sie das vollständige Interview im Branchen-BLOG Interimsmanagement

Selbständige
Hamburg, Perle der Selbständigen
Gründungsregionen in Deutschland

Hamburg ist Gründerstadt. Die Universität Hannover präsentierte Ende 2007 das erste bundesweite Gründerranking, in dem 97 Regionen verglichen wurden. Demnach weist die Hansestadt nach Hildesheim die zweithöchste Neugründungsaktivität in Deutschland auf. Eine Zusammenfassung der Studie findet sich auf den Seiten von Impulse online.

Besonders gut schnitt Hamburg in dieser Studie bei der Qualität der Gründungen ab, die weniger aus wirtschaftlichem Zwang und mehr aus unternehmerischer Initiative heraus angestrebt wurden. Als eines der dynamischsten Wirtschaftszentren in Deutschland profitiert Hamburg von den Standort-Vorteilen eines Ballungsraumes: höhere Bildungseinrichtungen, gut geschulte Arbeitskräfte, hohe Kaufkraft, gute Infrastruktur, vielfältiger Branchenmix.

Hinzu kommt ein günstiges Wachstums- und Stimmungsklima. Das ehrgeizige Stadtentwicklungskonzept von der „wachsenden Stadt“, die entstehende Hafen-City mit der neuen Elbphilharmonie, der boomende Hafen und der renommierte Status als größter Konsularstandort in Europa bzw. drittgrößter der Welt prägen die traditionell selbstbewusste Eigenwahrnehmung der Hanseaten. Es wirkt aber auch anziehend auf Investoren und Gründer. Wenn es Hamburg-Aktien gäbe, Sie sollten jetzt welche kaufen.

Als Hamburger Unternehmen beobachten Management Angels die Entwicklungen in der Stadt natürlich mit größter Aufmerksamkeit. Die Internationalität und Vielfalt des Hamburger Wirtschaftlebens sind inspirierend, das Leitmotiv vom „ehrbaren Kaufmann“ ist vielen Unternehmern ein verbindlicher Begriff.

Hamburg hat sich als idealer Standort für das Thema Interimsmanagement bewährt. Und abgesehen davon, der Ruf von der „schönsten Stadt Deutschlands“ birgt ja auch in punkto Lebensqualität einige Vorzüge...

Wise Sentence(s)
Henry Ford

„Es gibt mehr Menschen, die zu früh aufgeben als solche, die scheitern."

"Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt, schnellere Pferde." 

Henry Ford (1863-1947) gründete den Automobilhersteller Ford Motor Company. Er perfektionierte konsequent die Fließbandtechnik im Automobilbau. Sein Konzept der modernen Fertigung von Fahrzeugen revolutionierte nicht nur die industrielle Produktion, sondern hatte auch starken Einfluss auf die moderne Kultur (Fordismus).
 

Stabübergabe und Zuwachs im MA-Team
Ute Sütterlin, Anja Amirmoini, Constanze Hollatz

Ute Sütterlin, die vielen Kunden und Interimsmanagern als angenehme und kompetente Gesprächspartnerin in Erinnerung ist, tritt ab Februar nach ihrer erfolgreichen Zeit bei den Management Angels eine neue berufliche Herausforderung in der Schweiz an. Wir wünschen Ihr alles Gute!.

Neu zum Team gestoßen ist Anja Amirmoini, sie hat seit Januar das komplette Office Management übernommen. Die gelernte Rechtsanwalts- und Notariatsfachangestellte arbeitete 7 Jahre als Rechtsreferentin und Vorstandsassistentin bei einem mittelständigen Unternehmen der Dentalbranche. Der Schwerpunkt ihrer Aufgaben als Rechtsreferentin lag im Bereich Gesellschaftsrecht und Debitorenmanagement. Danach arbeitete sie als Vorstandsassistentin. Zu ihren Aufgaben bei den Management Angels gehören neben dem Officemanagement, die Organisation und Koordination von Veranstaltungen sowie die Kunden- und Interimsmanagerbetreuung. Anja Amirmoini hat einen 8-jährigen Sohn.
E-Mail: anja.amirmoini@managementangels.com

Ebenfalls neu im Team ist Constanze Hollatz. Sie unterstützt den Bereich Management Resources als Recruiting Assistant seit Januar 2008. Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bremen hat die Schwerpunkte Dienstleistungsmanagement und Innovationsökonomik. Vor ihrer Zeit bei den Management Angels konnte Constanze in unterschiedlichen Branchen wie der Versicherungs- (HDI) und Nahrungsmittelbranche (Kraft Foods) Berufspraxis sammeln. In diversen Projekten baute Sie Ihre Erfahrungen im Kundenmanagement aus.
E-Mail: constanze.hollatz@managementangels.com

Wir heißen unsere beiden neuen Team-Mitglieder herzlich willkommen!

Redaktion 

Herausgeber der News&Views: Management Angels GmbH
Redaktionsleitung: Christiane Fuhrmann, V.i.S.d.P.: Thorsten Becker
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